30.10.2004

Erste Bilder von "Revenge of the Sith"

Von Ralf Kaminski um 11:47 [ Kino ]
Soeben veröffentlicht: Das Teaser-Plakat zu "Star Wars: Episode III - The Revenge of the Sith":




In Kürze gibts auch einen ersten Trailer für den Film zu sehen, der Mitte Mai in die Kinos kommt. Ab 5. November läuft er in den USA vor "The Incredibles", ab 8. November kann man ihn sich auf www.starwars.com auch hierzulande zu Gemüte führen.

Wer jetzt schon mehr wissen will:

http://www.supershadow.com/starwars/episode3/revenge_of_the_sith/trailer.html


28.10.2004

Elf Freunde

Von Christian Andiel um 18:44 [ Kino ]
Ist das nicht schön? Da schaut man immer wieder neidisch nach England, wo sie so wunderschön leicht Filme zustande bringen, die sich mit durchaus schweren und schwierigen Themen befassen. „Full Monthy“ zum Beispiel. Oder "Bend It Like Beckham".

Und dann hockt man im Kino, sieht „Männer wie wir“ von Sherry Horman und denkt sich: Na also, geht doch.

Nun ist es ja nicht so, dass man die Geschichte der Kino-Komödie nach Hormanns Streifen über einen schwulen Fussball-Goalie, der sich ein Team zusammensucht, um sich an den gemeinen Heteros aus seinem Stammklub zu rächen, umschreiben müsste. Dazu gibt es ein paar Klischees zuviel, ein paar vermeidbare Längen sind auch noch drin.

Aber das soll doch nichts am angenehmen, sehr erheiternden Gesamteindruck schmälern. Und das Schönste: Der eigentliche Kern des Problems wird nämlich nicht breitgewalzt, wird zwar immer wieder erwähnt, aber eben so zwischen den Zeilen und Bildern, dass es nicht lästig wird. Der Kern ist die Tatsache, dass die Fussballer-Welt (neben, z.B., einigen schwerst sektiererischen Gebieten der USA und neben der SVP) ein letzter Hort des Tabus ist, was den Umgang mit Schwulen betrifft. Ein Fussballer, der sich in dieser Welt outet, bekommt Probleme – und das nicht zu gering.

Schön deshalb, dass es Horman gelingt, die Geschichte von Ecki, Sven, Horst, Tom, Ronaldo, Ronaldinho und den anderen leicht und zügig zu erzählen – ohne dass die nötigen Momente der Rührung fehlen. Denn, mal ehrlich, was wäre für uns harte Jungs schon eine Komödie ohne dass mindestens einmal der Tränenkanal voll wird?

Deshalb: Ab ins Kino, besonders beim gegenwärtig üblen Wetter. Bei „Männer wie wir“ wird einem wunderbar warm.

P.S.: Ein Kinoblog-Fan hat eine Frage, die sich ebenfalls mit einem Fussball-Film beschäftigt, und die hiermit an die Userschaft weitergegeben werden soll: Teddy von der Mosel sucht händeringend den Film „Fimpen, der Knirps“ – wer kennt einen möglichen Aufenthaltsort, auf DVD, Video oder sonst wo? Bitte melden!


25.10.2004

Was Kinobesucher wollen

Von Roger Zedi um 08:00 [ Kino ]
Jüngst hatte ich das Vergnügen, in den Agglo-Kinotempel Pathé eingeladen zu werden. So weit kein nennenswertes Ereignis, wäre ich dort nicht im so genannten Ciné-Deluxe gelandet.

Ob so viel rotem Teppich, roten, elektrisch verstellbaren Sitzen (inklusive Fussstütze), den kleinen Tischchen für Getränke und Popcorn fühlt sich wohl der letzte Esel wie ein kleiner VIP. Fast wäre auch ich drauf rein gefallen. Doch hat man den intensivroten Farb- und Plüschrausch erst mal verdaut, fragt man sich: Ist es wirklich das, was Kinobesucher wollen?

Was ich schon mal nicht möchte, ist ein Eintrittspreis von fast 40 Franken - da kann ich mir ja gleich die DVD kaufen und im Home-Theatre geniessen (was eben noch bequemer ist). Hier rein darf man übrigens erst ab 18 Jahren - angesichts der totalen Unmöglichkeit, hier mit seinem Sitznachbarn oder Sitznachbarin unzüchtig zu werden (der Tisch und die Lehnen funktionieren quasi als sittenkonforme Trennwand), nur schwer verständlich. Eher wohl fürchtet man Ess- und Trinkflecken auf dem Teppich.

Also gut, wem das gefällt, den will ich auch gar nicht abhalten, hinzugehen. Es steht schliesslich jedem frei, sich dem Verdacht auszusetzen, er sei ein protziger Stenz.

Fast schlimmer noch finde ich jene Deluxe-Sitzreihen, die es in anderen Zürcher Kinos gibt (im Pathé sind die wenigstens in einem separaten Kino). Wer es nötig hat, einem ganzen Kinosaal mit dem Kauf eines Tickes für so einen Sitz vorzuexerzieren, wie toll er oder sie sei, darf das gerne tun. Ich werde euch weiterhin mit Vergnügen ignorieren.

Was mich an dem ganzen Business-Class-Kino-Trend nervt, ist, dass solche Massnahmen von dem Ablenken, worum es eigentlich gehen sollte: Um den Film. Wenn die Lichter ausgehen, dann sind wir doch irgendwie alle gleich (zumindest kann man sich das für 90 Minuten einbilden – und im geht’s Kino ja um Imagination).

Die Kinos werden nicht attraktiver, wenn sie versuchten, wohnlicher als ein Wohnzimmer zu sein – den Kampf können sie nie gewinnen. Stattdessen wünsche ich mir lieber folgendes für ein attraktives Kino:
  • Vorstellungen OHNE Pause
  • Handy-Störsender im Saal (denn irgendein Depp vergisst es immer, sein Handy auszuschalten), die in Frankreich bereits legal sind
  • Notausgangbeleuchtungen, die einem nicht ständig ins Gesicht zünden und vom Film ablenken
  • Eintrittspreise, die näher bei 10 als bei 20 Franken liegen.

Und noch ein Wunsch ans liebe Publikum: Essen und Trinken - von mir aus, aber bitte geräuschlos.


21.10.2004

Tod den Helden!

Von Ralf Kaminski um 10:06 [ Kino ]
Da sass ich doch unlängst im Kino und freute mich. Ich sah nämlich „Collateral“ und fand ihn schön gefilmt und spannend erzählt. Doch während ich so da sass und mich freute, beschlich mich plötzlich eine unangenehme Vorahnung: Der Film würde enden, wie alle anderen Hollywood-Filme auch, mögen sie sich zu Beginn auch noch so „anders“ und „unkonventionell“ geben: Das moralisch Richtige würde siegen. Ich weiss ja nicht, wies Ihnen geht, aber ich denke in solchen Situationen manchmal: Was wäre, wenn das jetzt hier die Ausnahme wäre, was wäre, wenn dies der historische Augenblick wäre, wo die Gerechtigkeit über die Konvention siegt?

Gerechtigkeit deshalb, weil, sehen wir der Tatsache ins Auge, die Bösewichter die cooleren, spannenderen und, jawohl, oft auch die sympathischeren Charaktere sind. Gerade weil sie Fehler haben und nicht so glatt sind. Helden demgegenüber sind langweilig und doof in ihrer Geradlinigkeit und moralisch-ethischen Perfektion. Okay, meistens sehen sie gut aus – immerhin. Aber was sonst könnte man Positives über sie sagen? Eben.

Kurz und gut, auch „Collateral“ war keine Ausnahme, und somit ruinierte das öde Ende leider den ganzen Rest des Films. Dies umso mehr als in diesem Fall der Bösewicht der Gutaussehende war, Tom Cruise nämlich. Tom Cruise spielt einen Bad Guy? Das erstaunt auf den ersten Blick - das ist ja wie... ja wie wenn mein einziger Leser und Fan Curt Blaumond plötzlich ernst gemeinte Lobpreisungen auf mich und meine Mit-Blogger niederprasseln lassen würde! Doch vergessen wir nicht, dass Cruise schon einmal in einem Film der Böse war, in „Interview with the Vampire“ (1994) nämlich. Und nie war er so gut wie in diesem Film, wo er den Vampir Lestat spielte, kalt, gnadenlos und sadistisch. Zehn Jahre hats gedauert bis zum nächsten Bad Guy - in „Collateral“. Und auch hier, als geschäftsmässig-kühler, ziemlich abgeklärter Auftragskiller, ist er viel überzeugender als in seinen Heldenrollen.

Aber was passiert? Am Ende muss sich der Killer vom Taxifahrer erschiessen lassen. Ausgerechnet! Sie stehen sich gegenüber und schiessen durch eine Glastür, beide mehrmals. Und Wunder über Wunder, nicht der Killer trifft (der als Job seit sechs Jahren nichts anders macht als genau das: schiessen, treffen, töten), nein, der Taxifahrer. Und so präzis, dass der Killer stirbt, während der Taxifahrer nicht mal einen Streifschuss abkriegt. Also bitte!

Wie stehen Sie dazu? Schliessen Sie sich meiner Aufforderung (Tod den Helden!) an? Oder befürchten Sie bei einem Kurswechsel Hollywoods in dieser Sache den moralischen Untergang des Abendlands? Oder finden Sie einfach, Bad Guys haben nichts Besseres verdient als den Tod – egal wie unplausibel er sie ereilt?


PS: Nur zur Sicherheit – dieser Text ist nicht ironisch gemeint. Der letzte wars übrigens auch nicht.


18.10.2004

Reneé Zellweger spricht zu den Fischen

Von Benedikt Eppenberger um 12:44 [ Popcorn ]
Reneé Zellweger meint zu ihrer Sprechrolle in «Shark Tale»: «Ich kann keine Ähnlichkeit zwischen mir und meinem Fisch Angie feststellen. Aber wenn ich ein Fisch wäre, dann am liebsten ein Delfin, das sind so interessante Lebewesen mit ihren kommunikativen Fähigkeiten ...» («Gala»)

Interessant ja, aber auch gnadenlos ehrlich:


13.10.2004

Herbst!!!

Von Christian Andiel um 19:20 [ Kino ]
Was ist eigentlich los mit mir? Zuerst habe ich einen Film über einen 1978 entführten italienischen Politiker gesehen und gelobt; dann verschlug es mich in einen Film über ein Jugendsportinternat im Wallis, der ebenfalls vor allem ruhig war; und jetzt Salvador Allende. Beziehungsweise ein Dokumentarfilm über ihn.

Allende war (für die wenigen, die es vielleicht nicht mehr wissen) ein demokratisch gewählter Präsident in Chile. 1973 wurde er gestürzt, mit entscheidender Hilfe der USA. Denn Allende war politisch links, er war gut Freund mit Fidel Castro, er enteignete Grossgrundbesitzer und übergab das Land an die Bauern. Das reichte den USA dreimal, um einen grossen Feind zu orten und ihn zu stürzen. Der Dokumentarfilm von Patricio Guzman ist gut, eindrücklich, manchmal etwas zu langfädig, aber immer sehenswert weil parteiisch. Und dass Allendes letzter Lebenstag ausgerechnet der 11. September 1973 war, das hat seit der Terrorattacke auf die Twin Towers exakt 28 Jahre später eine Bedeutung erhalten, über die wir jetzt aber gar nicht reden wollen.

Reden will ich über die Tatsache, dass sich bei mir mit Shrek 2 offenbar der Sommer verabschiedet hat. Seither nur: Rückblick, Frust, Zweifel, Stillstand, Abschied, Herbstdepression (das ist jetzt natürlich immer nur aufs Kino bezogen, ausserhalb dunkler Säle bin ich nämlich ein fortwährender Sonnenschein).

Was also ist los mit mir? Liegt es nur am Herbst (als Jahreszeit) oder auch am fortgeschrittenen Alter (am „Herbst des Lebens“ sozusagen)? Warum höre ich, wenns um Musik geht, vor allem die neue Jan Garbarek (zum Weinen ruhig und traurig) und die herzzerreissende Filmmusik von Eleni Karaindrou (über sie wird hier bald einmal ausführlich die Rede sein)? Immerhin bin ich einer der wenigen, dem das neue Buch von Markus Werner („Am Hang“) nicht soooo wahnsinnig gut gefallen hat. (Oder ist das sogar ein weiteres Indiz, dass etwas nicht stimmt mit mir?)

Fragen über Fragen. Und welche Filme soll ich mir demnächst noch anschauen? (Natürlich ist der Rückblick auf das Leben des jungen Che Guevara gesetzt; auch da dann wieder: Frust über das frühe Ableben, die bösen Feinde usw. usf. Gibt es Filme, die die Tristesse durchbrechen, das Herbstdepressiönli mildern; oder ist halt einfach Herbst, muss ich leben damit bis der erste Krokus wieder blüht.

Wahrscheinlich schon; und das ist ja auch ganz gut so, zumindest wenn es solch schöne Filme wie „Salvador Allende“ gibt.


10.10.2004

Eine Plage namens «Making of»

Von Roger Zedi um 18:00 [ DVD ]
Jetzt mal im Ernst: Wie oft will irgendjemand noch Elijah Wood davon erzählen hören, wie er jeden Morgen Hobbit-Füsse angeklebt bekam? Oder das Gesäusel von Sean Astin, wie er Elijahs verlorene Wohnungsschlüssel wieder auftreibt? Oder die ungewaschenen Haare von Peter Jackson betrachten?

Ich weiss nicht, wie’s euch geht, mir aber reicht es schon lange.

So sehr ich manche Filme verehre, so sehr gehen einem diese weichgespülten «Making-Of»s auf den Keks. Was uns da als «Bonus» angedreht (schlimmer noch: verkauft!) wird, ist dich nichts als unerträglich seichte Propaganda. Eigentlich müssten die DVDs dafür günstiger abgegeben statt teuerer verkauft werden.

Das Strickmuster ist immer dasselbe: Man stecke die Darsteller einzeln in ein Hotelzimmer, leuchte es halbpatzig aus, stelle im Hintergrund wahlweise einen Blumenstrauss hin oder hänge gleich das Filmplakat auf und stelle ihnen dann die von der Marketingabteilung vorbereiteten Fragen. Mit grossen Augen und von theatralischen Gesten untermalt erzählt dann der Darsteller/Regisseur/Produzent/Animator (und so weiter), wie toll und harmonisch die Dreharbeiten waren, wie sehr er/sie schon immer mit seinen Co-Darstellern/Resigeur/etc. arbeiten wollte, wie viel er/sie dazu gelernt hat oder wie anstrengend die Stunts waren, die er oder sie natürlich alle selbst gemacht haben. Zum Schluss schneidet man alles so zusammen, dass auch der letzte Zuschauer glaubt, während den Dreharbeiten seien von zwischenmenschlicher und künstlerischer «Magie» durchdrungen. Passend zur jeweiligen Film, war dessen Kreation total romantisch, abenteuerlich, tief bewegend oder lustig.

In Sachen Nervigkeit kann es jedes durchschnittliche «Making-Of» mit der dümmsten Fernsehwerbung aufnehmen. (Ich korrigiere mich: Mit Ausnahme des Coop-Bauernbuben - dessen Pseudoweisheit übertrifft nichts an Abscheulichkeit).

Und warum eigentlich kommt nie das Putzpersonal zu Wort, das die Drehorte reinigen muss? Oder der Supporter der Grafik-Computer, auf denen die Spezialeffekte erstellt werden? Oder der Cola-Dealer des Produzenten? Die hätten vielleicht die witzigeren Anekdoten zu erzählen. (Ich gebs zu: Das ist ein grosses «vielleicht»).

Die Plage der «Making-Of»s wird uns wohl oder übel in der heutigen Form noch lange Zeit erhalten bleiben. Zumindest so lange, wie Leute «Special Editions» kaufen oder TV-Sender damit ihr halbes Programm füllen.

Eins aber verspreche ich euch: Von mir wird es NIE ein «Making-Of» von diesem Blog geben.




05.10.2004

Peter Jacksons letztes Weihnachtsgeschenk

Von Ralf Kaminski um 12:52 [ DVD ]
Drei Jahre lang verlieh das Kino der Weihnachtszeit einen zusätzlichen Glanz mit jeweils einem weiteren Teil von „The Lord of the Rings“. Und nicht wenige verliessen im Dezember 2003 nach dem dritten und letzten Film, „The Return of the King“, das Kino mit der bangen Frage: Und was ist nächstes Jahr? Ein Weihnachten ohne eine weitere Fortsetzung von J.R.R. Tolkiens Fantasyepos, ohne Gandalf, Frodo, Arwen und Aragorn, schien plötzlich ohne jede Magie.




Wenigstens Weihnachten 2004 jedoch ist gerettet – Regisseur Peter Jackson hat ein letztes Weihnachtsgeschenk in Vorbereitung: Die Extended Edition von „Return of the King“ auf DVD. Nach langem Schweigen hat die Produktionsfirma nun endlich das Erscheinungsdatum bekannt gegeben: 14. Dezember 2004, rund einen Monat später also als die Extended Editions der ersten beiden Filme. Die etwas längere Wartezeit dürfte sich lohnen, denn Jackson hat sage und schreibe 50 zusätzliche Minuten in den Abschlussfilm der Trilogie eingebaut, was zu einer Gesamtlaufzeit von 250 Minuten führt.

Wie immer werden es viele kleine Szenen sein, die dazu kommen, aber auch ein paar grössere Brocken, etwa Gandalfs Kampf mit dem Witchking, die letzte Konfrontation mit Saruman oder Aragorns Begegnung mit „the mouth of Sauron“, welcher der Endschlacht vor den Toren Mordors eine ganz neue Richtung geben wird. 50 Minuten!

Danach wird allerdings Schluss sein mit dem Herrn der Ringe, und wer Weihnachten 2005 Sehnsucht danach verspürt, dem bleibt nur eins: Sich gut mit Lebensmitteln versorgt in einen bequemen Sessel zu setzen und alle drei Extended Editions hintereinander anzusehen, bevorzugt auf einem Beamer und mit Surround-Sound-Anlage. Das Ring-Epos von A bis Z ist 11 Stunden und 20 Minuten lang.