Lambiel und Glass
| Von Christian Andiel um 11:23 | [ Popcorn ] |
In Bormio herrscht das Chaos. Warum immer wieder sportliche Grossanlässe nach Italien vergeben werden, ist vielen Menschen schleierhaft, denn es funktioniert nichts, gar nichts. Ob sie nicht organisieren können oder nicht wollen, ist schliesslich einerlei. Hauptsache ist – niemand hat irgend etwas nichts im Griff, es sei denn man ist mit den zuständigen Polizisten oder den Hütern der richtigen Bewilligungen verwandt oder sehr gut bekannt.
Immerhin soll es hier in Bormio ein Kino geben. Gefunden habe ich es noch nicht, aber das ist wohl auch egal: Das Programm dürfte aus dem „Phantom of the Opera“ bestehen, vielleicht wird auch „Don Camillo und Peppone“ wiederholt.
Gott sei Dank hilft in solchen Situationen manchmal das Fernsehen. Und diesmal nicht einmal in direkter Form eines schönen Films. Sondern eher indirekt. Beim Zappen nämlich auf Eurosport gekommen, und eigentlich bin nicht wirklich Fan von Eiskunstlaufen _ aber die Musik war es, die mich aufhorchen liess. Der Schweizer Stephane Lambiel war auf dem Eis, und die Klänge, zu denen er seine Pirouetten drehte, waren eindeutig von Philip Glass. Es war der Soundtrack zur „Truman Show“.
Das Zappen hatte ein Ende (zumindest bis zum Ende von Lambiels Kür). Und es war wieder einmal eine erstaunlich Erfahrung, welch gewaltige Bilder die minimalistische, unverkennbare Musik von Glass hervorrufen kann. Einer breiteren Öffentlichkeit war er 1983 aufgefallen, mit dem Soundtrack zu „Koyaanisqatsi“. Wer den Amerikaner aber nur vom Kino her kennt, der verpasst sehr vieles. Seine Symphonien, seine Opern, seine Songs, seine Suiten und vor allem seine Violinkonzerte (im Idealfall gespielt vom Kronos Quartett).
So war der Abend gerettet. Und ob Bormio ein Kino hat oder nicht, war endgültig ohne jegliche Bedeutung. Sogar das Chaos war sortiert.
Immerhin soll es hier in Bormio ein Kino geben. Gefunden habe ich es noch nicht, aber das ist wohl auch egal: Das Programm dürfte aus dem „Phantom of the Opera“ bestehen, vielleicht wird auch „Don Camillo und Peppone“ wiederholt.
Gott sei Dank hilft in solchen Situationen manchmal das Fernsehen. Und diesmal nicht einmal in direkter Form eines schönen Films. Sondern eher indirekt. Beim Zappen nämlich auf Eurosport gekommen, und eigentlich bin nicht wirklich Fan von Eiskunstlaufen _ aber die Musik war es, die mich aufhorchen liess. Der Schweizer Stephane Lambiel war auf dem Eis, und die Klänge, zu denen er seine Pirouetten drehte, waren eindeutig von Philip Glass. Es war der Soundtrack zur „Truman Show“.
Das Zappen hatte ein Ende (zumindest bis zum Ende von Lambiels Kür). Und es war wieder einmal eine erstaunlich Erfahrung, welch gewaltige Bilder die minimalistische, unverkennbare Musik von Glass hervorrufen kann. Einer breiteren Öffentlichkeit war er 1983 aufgefallen, mit dem Soundtrack zu „Koyaanisqatsi“. Wer den Amerikaner aber nur vom Kino her kennt, der verpasst sehr vieles. Seine Symphonien, seine Opern, seine Songs, seine Suiten und vor allem seine Violinkonzerte (im Idealfall gespielt vom Kronos Quartett).
So war der Abend gerettet. Und ob Bormio ein Kino hat oder nicht, war endgültig ohne jegliche Bedeutung. Sogar das Chaos war sortiert.
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