Vergessen Sie „Star Wars“, vergessen Sie „Star Trek“, the new hot thing in Sachen Science Fiction heisst „Battlestar Galactica“. Vielleicht erinnern Sie sich dunkel an jene TV-Serie aus den 70ern mit Commander Adama, mit Apollo und Starbuck? Ende 2003 lief in den USA und in England eine 3-stündige Miniserie im Fernsehen, lose basierend auf dieser alten Serie. Sie schlug ein wie eine Bombe – im Herbst 2004 setzte die britische SkyOne die Serie mit 13 TV-Episoden fort, in den USA starteten sie am 14. Januar. Hierzulande ist bisher nur die Miniserie auf einer DVD in den Videotheken erhältlich – wer auch die Fortsetzung sehen will, muss sich gedulden oder sie vom Internet downloaden.
Die alte Serie: Apollo, Commander Adama, Starbuck.
Die alte „Galactica“ mit Lorne Greene und Richard Hatch, man muss es wohl einräumen, war mehr was für Kids. Sie mag auch heute noch einen gewissen Charme haben, aber das gilt vor allem für die beiden Spielfilme „Battlestar Galactica“ und „Mission Galactica“ (beide 1978); die daran anknüpfende TV-Serie (bis 1979) sackte demgegenüber merklich ab. Die neue „Galactica“ hingegen ist von ganz anderem Kaliber: Dunkler, dreckiger, moralisch ambivalenter, nur schon die abgehackte, manchmal hektische Kameraführung sind fürs TV-Format ziemlich ungewöhnlich. Dazu kommt, dass die Serie nicht auf Action und Effekte fokussiert, sondern auf die Figuren und die Story. Science Fiction mit Stil, Komplexität und Tiefgang.
Wer sich an die alte Serie erinnert, dem wird einiges bekannt vorkommen: Da sind 12 Kolonien von Menschen irgendwo im All, die aus heiterem Himmel von den Cylons – einer von den Menschen selbst kreierten Roboterrasse – angegriffen werden. Der ungleiche Kampf endet mit einem Desaster für die Menschheit: Sie wird fast vollständig vernichtet. Übrig bleibt nur eines der grossen Kriegsraumschiffe, und erst noch ein veraltetes, die Galactica. Sie sammelt eine kleine Flotte von zivilen Schiffen mit den letzten verbliebenen Menschen um sich und macht sich auf den Weg ins Unbekannte, auf der Suche nach einer neuen Heimat. Verfolgt von den Cylons. Die Flotte steht unter dem militärischen Kommando vom Commander William Adama (Edward James Olmos), über ihm jedoch steht als ziviles Korrektiv Präsidentin Laura Roslin (Mary McDonnell) – ein Verhältnis, das durchaus nicht nicht immer konfliktfrei ist. Adamas Sohn Lee, genannt Apollo (Jamie Bamber), steht oft zwischen den Fronten und hat seinerseits kein einfaches Verhältnis zum Vater, den er für den Tod seinen Bruders mitverantwortlich macht. Dieser wiederum war verlobt mit Kara Thrace (Katee Sackhoff), genannt Starbuck (jawohl, Starbuck ist in der neuen Serie eine Frau!), die beste und wildeste Kampfpilotin der Galactica, eng befreundet mit Apollo. Ebenfalls mit an Bord ist Dr. Gaius Baltar (James Callis), ein hochintelligenter Wissenschaftler, der unfreiwillig mitverantwortlich dafür ist, dass die Cylons die Menschen so vernichtend schlagen konnten.
Überhaupt, die Cylons. Sie haben sich weiterentwickelt seit dem letzten Krieg vor 40 Jahren, der mit einer Art Waffenstillstand endete, weiterentwickelt auch seit der alten Serie vor bald 30 Jahren. Einige von ihnen sehen aus wie Menschen, fühlen sich an wie Menschen, sind von Menschen de facto nicht zu unterscheiden. Und einige von diesen sind auch an Bord der Galactica. Etwa Sharon Valerii (Grace Park), genannt Boomer (hier ebenfalls eine Frau) – doch sie selbst denkt, sie sei ein Mensch. Und dann ist da jene verführerische, grosse Blondine (Tricia Helfer), die nur in Baltars Kopf rumzupuken scheint, jene Frau, der er ahnungslos alle militärischen Geheimnisse verraten hatte und die er nun nicht mehr loswird. Und das ist nur die Hälfte der wichtigen Figuren. Hübsches Detail am Rande: Auch Richard Hatch, der in der alten Serie Apollo mimte und mittlerweile 60 Jahre alt ist, spielt als Gaststar in einigen Episoden der Serie mit – als rebellischer Untergrundkämpfer, der auf einem Gefängnisschiff festsitzt, das ebenfalls zur Flotte rund um die Galactica gehört.
Die neue Serie: Commander Adama, Starbuck, Apollo, Boomer.
Wenn Sie Science Fiction mögen, besorgen Sie sich die DVD mit der Miniserie. Und wenn Sie die mögen, dann freuen Sie sich: Die TV-Episoden danach sind genauso gut. Folge 13 endet mit einem extrem spannenden Cliffhanger, und gerüchteweise sollen die Dreharbeiten zur zweiten Staffel im Februar beginnen.
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