Captain Jack is back!
| Von Ralf Kaminski um 09:04 | [ Kino ] |
Jahrzehntelang hat das Publikum Piratenfilme geliebt. Dann liess es sie genauso lang links liegen. Selbst gelungene Wiederbelebungsversuche wie „Cutthroat Island“ (1995, von Renny Harlin mit Geena Davis und Matthew Modine) hatten keine Chance. Und so schien es äusserst unwahrscheinlich, dass ein Piratenfilm 2003 nun plötzlich funktionieren sollte, noch dazu einer, der auf einer Themenpark-Attraktion in Disneyland beruht. Aber „Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl“ war ein weltweiter Hit und spielte in den Kinos über 600 Millionen Dollar ein. Zu verdanken war dies dem exzellenten Drehbuch, der verblüffenden Mischung aus Piraten, Fantasy und Humor – und den Stars, allen voran Johnny Depp, der einen Piratenkapitän spielte, wie ihn die Welt zuvor noch nie gesehen hat.
Captain Jack Sparrow, dessen Erscheinung und Verhalten mindestens auf einen enormen Alkoholkonsum, wenn nicht sogar auf latente Homosexualität schliessen lässt, ist eine derart exzentrische Figur, dass man kaum glauben mag, wie freudig ihn die weltweite Kinogemeinde als neuen Helden akzeptiert hat. Vom Schicksal ständig gebeutelt, aber listig und exzellent im Kampf, schummelt Sparrow sich durch die Story, ständig nur auf seinen Vorteil bedacht, auf sein Ziel. Um es zu erreichen benutzt er alle um sich herum, und doch kann man ihm nichts so richtig übel nehmen. Kommt hinzu, dass es für das Heldenpaar, den Schmied Will Turner und die Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Orlando Bloom und Keira Knightley), ja dann doch auch gut ausgeht, und irgendwie sogar wegen Jack. Sozusagen ein Nebeneffekt.

Der Film war also ein Hit, ein Überraschungs-Hit. Und wie es so ist mit Hits und Hollywood - es muss eine Fortsetzung her: „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“, gefolgt von „Pirates of the Caribbean: At World’s End“ im Mai 2007. Beide Filme wurden gleichzeitig gedreht und das ganze nun zur Trilogie aufgewertet. Drei Jahre hat man sich Zeit gelassen, es sind alle wieder mit von der Partie – die Drehbuchautoren Ted Elliott und Terry Rossio, Regisseur Gore Verbinski und allen voran die Darsteller. Fortsetzungen von Hits habens ja bekanntlich schwer, weil die Erwartungen so enorm hoch sind – was in diesem Fall umso härter ist, da die Erwartungen beim ersten Film so enorm niedrig waren. „Dead Man’s Chest“ ist, soviel vorweg, eine gelungene Fortsetzung, eine spannende, witzige, neue Geschichte rund um die bekannten Figuren – und mit ein paar neuen. Wenn man am Ende dennoch nicht ganz so befriedigt aus dem Film geht wie beim ersten Teil, liegt das vielleicht daran, dass die freudige Überraschung (die einen beim ersten Teil erfüllte) diesmal fehlt und dass die Story einige offene Enden hat, die sich erst im dritten Teil klären. Der Film braucht zudem zu Beginn etwas mehr Zeit als der erste, um in die Gänge zu kommen, was aber auch daran liegt, dass die Story ganz schön verwickelt ist.
Will Turner und Elizabeth Swann werden sozusagen vor dem Altar verhaftet, beschuldigt der Beihilfe zur Flucht des berüchtigten Piraten Jack Sparrow. Aber das ist nur ein Vorwand für den neuen Herrscher von Port Royal, Will dazu zu bringen, Sparrow hinterher zu reisen und ihm einen Kompass abzunehmen. Nur so kann er sich und seine Geliebte retten. Will macht sich wohl oder übel auf den Weg – und findet Jack in einer äusserst misslichen Situation: Der Captain sitzt auf einer Kannibaleninsel fest. Zwar wird er von den Kannibalen als eine Art Gott verehrt, aber diese Anbetung gipfelt darin, Jack zu einem köstlichen Festmahl zu verarbeiten. Und das ist nur der Anfang. Im Verlauf der Geschichte kommen vor: Der Fliegende Holländer mit seinem Kapitän (der mit Jack eine alte Rechnung offen hat) und seiner untoten Mannschaft, eine Riesenkrake, eine geheimnisvolle Truhe, hinter deren Inhalt mindestens vier verschiedene Parteien aus unterschiedlichen Motiven her sind und eine verwirrte Heldin, die sich zwischen Will und Jack hin- und hergerissen sieht. Je besser man den ersten Teil in Erinnerung hat, desto mehr weiss man die Mühe zu schätzen, die sich die Drehbuchautoren gegeben haben, die beiden Storys miteinander zu verknüpfen. Am Schluss von „Dead Man’s Chest“ gibts eine sehr unerwartete Wiederbegegnung, und am liebsten würde man gleich den dritten Teil ranhängen. Ach ja, auch hier wird belohnt, wer bis zum Ende des Nachspanns sitzen bleibt.
Captain Jack Sparrow, dessen Erscheinung und Verhalten mindestens auf einen enormen Alkoholkonsum, wenn nicht sogar auf latente Homosexualität schliessen lässt, ist eine derart exzentrische Figur, dass man kaum glauben mag, wie freudig ihn die weltweite Kinogemeinde als neuen Helden akzeptiert hat. Vom Schicksal ständig gebeutelt, aber listig und exzellent im Kampf, schummelt Sparrow sich durch die Story, ständig nur auf seinen Vorteil bedacht, auf sein Ziel. Um es zu erreichen benutzt er alle um sich herum, und doch kann man ihm nichts so richtig übel nehmen. Kommt hinzu, dass es für das Heldenpaar, den Schmied Will Turner und die Gouverneurstochter Elizabeth Swann (Orlando Bloom und Keira Knightley), ja dann doch auch gut ausgeht, und irgendwie sogar wegen Jack. Sozusagen ein Nebeneffekt.

Der Film war also ein Hit, ein Überraschungs-Hit. Und wie es so ist mit Hits und Hollywood - es muss eine Fortsetzung her: „Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest“, gefolgt von „Pirates of the Caribbean: At World’s End“ im Mai 2007. Beide Filme wurden gleichzeitig gedreht und das ganze nun zur Trilogie aufgewertet. Drei Jahre hat man sich Zeit gelassen, es sind alle wieder mit von der Partie – die Drehbuchautoren Ted Elliott und Terry Rossio, Regisseur Gore Verbinski und allen voran die Darsteller. Fortsetzungen von Hits habens ja bekanntlich schwer, weil die Erwartungen so enorm hoch sind – was in diesem Fall umso härter ist, da die Erwartungen beim ersten Film so enorm niedrig waren. „Dead Man’s Chest“ ist, soviel vorweg, eine gelungene Fortsetzung, eine spannende, witzige, neue Geschichte rund um die bekannten Figuren – und mit ein paar neuen. Wenn man am Ende dennoch nicht ganz so befriedigt aus dem Film geht wie beim ersten Teil, liegt das vielleicht daran, dass die freudige Überraschung (die einen beim ersten Teil erfüllte) diesmal fehlt und dass die Story einige offene Enden hat, die sich erst im dritten Teil klären. Der Film braucht zudem zu Beginn etwas mehr Zeit als der erste, um in die Gänge zu kommen, was aber auch daran liegt, dass die Story ganz schön verwickelt ist.
Will Turner und Elizabeth Swann werden sozusagen vor dem Altar verhaftet, beschuldigt der Beihilfe zur Flucht des berüchtigten Piraten Jack Sparrow. Aber das ist nur ein Vorwand für den neuen Herrscher von Port Royal, Will dazu zu bringen, Sparrow hinterher zu reisen und ihm einen Kompass abzunehmen. Nur so kann er sich und seine Geliebte retten. Will macht sich wohl oder übel auf den Weg – und findet Jack in einer äusserst misslichen Situation: Der Captain sitzt auf einer Kannibaleninsel fest. Zwar wird er von den Kannibalen als eine Art Gott verehrt, aber diese Anbetung gipfelt darin, Jack zu einem köstlichen Festmahl zu verarbeiten. Und das ist nur der Anfang. Im Verlauf der Geschichte kommen vor: Der Fliegende Holländer mit seinem Kapitän (der mit Jack eine alte Rechnung offen hat) und seiner untoten Mannschaft, eine Riesenkrake, eine geheimnisvolle Truhe, hinter deren Inhalt mindestens vier verschiedene Parteien aus unterschiedlichen Motiven her sind und eine verwirrte Heldin, die sich zwischen Will und Jack hin- und hergerissen sieht. Je besser man den ersten Teil in Erinnerung hat, desto mehr weiss man die Mühe zu schätzen, die sich die Drehbuchautoren gegeben haben, die beiden Storys miteinander zu verknüpfen. Am Schluss von „Dead Man’s Chest“ gibts eine sehr unerwartete Wiederbegegnung, und am liebsten würde man gleich den dritten Teil ranhängen. Ach ja, auch hier wird belohnt, wer bis zum Ende des Nachspanns sitzen bleibt.
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