Schlaftabletten auf der Leinwand
| Von Ralf Kaminski um 17:36 | [ Kino ] |
Schlafen Sie oft im Kino? Es soll ja Leute geben, denen passiert das regelmässig. Wohl nicht so häufig wie vor dem Fernseher zu Hause, aber dennoch: regelmässig. Mir passiert es eher selten – und es ist kein gutes Zeichen für den Film, der gerade auf der Leinwand läuft. Jüngstes Beispiel: „Lust, Caution“ von Ang Lee, einen Regisseur, den ich sonst sehr schätze und der einige Filme gemacht hat, die ich wirklich mag (The Ice Storm, The Wedding Banquet, Brokeback Mountain). Aber sein neustes Werk plätschert wirklich endlos dahin und ist im Mittelteil einfach nur langweilig. Es geht um China während der japanischen Okkupation (vor und während des Zweiten Weltkriegs), und eine junge Widerstandskämpferin schleicht sich nach und nach in das Haus und in das Herz eines mächtigen Mannes, der mit den Japanern gemeinsame Sache macht. Ziel: Er soll umgebracht werden. Stattdessen verlieben sie sich irgendwie ineinander. Und das in zweieinhalb Stunden mit vielen schönen Bildern und schmachtenden Blicken und überraschend explizitem Sex. Aber auch das hilft nicht. Dieser Film ist 60 Minuten zu lang für die Geschichte, die er erzählt. Starker Schluss allerdings.

Öde: Ang Lees Liebesdrama in Shanghai.
Der erste Kinofilm, in dem ich je eingeschlafen bin, hiess „Warum Bodhidharma in den Orient aufbrach“, und es ging um Buddhismus, Entsagung und das Nichts. Möglicherweise war ich (späte Teenager-Jahre) damals auch zu jung für das Thema, aber ich war unendlich gelangweilt. Ich bin auch nur gegangen, weil der Film schon wochenlang lief und alle so begeistert waren davon. Also dachte ich: Da muss was dran sein. Nun ja. Ebenfalls gut geschlafen habe ich während weiter Strecken von „Matrix Reloaded“, dem zweiten Teil des Hit-Films der Wachowski-Brüder. Gut, das war unter erschwerten Bedingungen, ich war jet-lagged, und es war eine Mitternachtsvorstellung. Aber das zeigt, dass auch Action-Filme sich als Schlaftablette eignen. Gerade Action-Filme, muss man sogar sagen. Denn in ihrer aufgeregten Knallerei und Zerstörwut können sie schon enorm öde und eintönig sein, wenn sie nicht von ein bisschen interessanter Story begleitet werden. Dunkel erinnere ich mich, auch während „The Chronicles of Riddick“ recht gut gedöst zu haben (der zweite Teil des exzellenten SciFi-Horrors „Pitch Black“).
Dass auch langsame und lange Filme nicht langweilig und einschläfernd sein müssen, zeigt derzeit „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ – eigentlich mehr ein Beziehungsfilm als ein Western. Der Streifen ist so lang wie sein Titel, und er hat ein enorm langsames Tempo. Aber was da passiert zwischen den Figuren, insbesondere auch zwischen den beiden Titelhelden, das ist ganz grosses Kino, hochspannend, dramatisch, tragisch, exzellent gespielt (von Brad Pitt und Casey Affleck). Dazu betörend schöne Bilder und Kameraeinstellungen. Und das von einem gewissen Andrew Dominik inszeniert, der bisher noch nichts weiter von Belang gemacht hat.

Spannend: Andrew Dominiks wilder Westen.
Na, jedenfalls, falls Sie Lust haben uns mitzuteilen, welches die Filme waren, bei denen Sie am besten geschlafen haben, nur zu. Keine Müdigkeit vorschützen.

Öde: Ang Lees Liebesdrama in Shanghai.
Der erste Kinofilm, in dem ich je eingeschlafen bin, hiess „Warum Bodhidharma in den Orient aufbrach“, und es ging um Buddhismus, Entsagung und das Nichts. Möglicherweise war ich (späte Teenager-Jahre) damals auch zu jung für das Thema, aber ich war unendlich gelangweilt. Ich bin auch nur gegangen, weil der Film schon wochenlang lief und alle so begeistert waren davon. Also dachte ich: Da muss was dran sein. Nun ja. Ebenfalls gut geschlafen habe ich während weiter Strecken von „Matrix Reloaded“, dem zweiten Teil des Hit-Films der Wachowski-Brüder. Gut, das war unter erschwerten Bedingungen, ich war jet-lagged, und es war eine Mitternachtsvorstellung. Aber das zeigt, dass auch Action-Filme sich als Schlaftablette eignen. Gerade Action-Filme, muss man sogar sagen. Denn in ihrer aufgeregten Knallerei und Zerstörwut können sie schon enorm öde und eintönig sein, wenn sie nicht von ein bisschen interessanter Story begleitet werden. Dunkel erinnere ich mich, auch während „The Chronicles of Riddick“ recht gut gedöst zu haben (der zweite Teil des exzellenten SciFi-Horrors „Pitch Black“).
Dass auch langsame und lange Filme nicht langweilig und einschläfernd sein müssen, zeigt derzeit „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford“ – eigentlich mehr ein Beziehungsfilm als ein Western. Der Streifen ist so lang wie sein Titel, und er hat ein enorm langsames Tempo. Aber was da passiert zwischen den Figuren, insbesondere auch zwischen den beiden Titelhelden, das ist ganz grosses Kino, hochspannend, dramatisch, tragisch, exzellent gespielt (von Brad Pitt und Casey Affleck). Dazu betörend schöne Bilder und Kameraeinstellungen. Und das von einem gewissen Andrew Dominik inszeniert, der bisher noch nichts weiter von Belang gemacht hat.

Spannend: Andrew Dominiks wilder Westen.
Na, jedenfalls, falls Sie Lust haben uns mitzuteilen, welches die Filme waren, bei denen Sie am besten geschlafen haben, nur zu. Keine Müdigkeit vorschützen.
Kommentare(16)
Permalink



