Übersetzungen? Vergiss es!
| Von Peter Aeschlimann um 14:00 | [ Popcorn ] |
Mann, piss die Wand an, Alter. Heute ärgern wir uns wieder mal über schlechte Übersetzungen.
Im schönen Langenthal, wo ich aufwuchs, hatte es zwei Kinos. Das Scala und das Capitol. Tolle Namen für Lichtspieltheater, finde ich, so klassisch. Würde ich in Hasle-Rüegsau oder Hintertupfigen ein Kino bauen, würde ich es Capitol nennen, oder auch Rex. In Langenthal zeigten sie die Filme immer in synchronisierten Fassungen. Darum sah ich meinen letzten Film im Scala vor über zehn Jahren: «Stirb langsam – Jetzt erst recht». In der Reihe hinter mir fragte einer seinen Kollegen: «Was louft eigentlech hütt?» Worauf der andere: «Das isch Die («di») Hard, monn, mit Willis Bruce.» Nach der Szene am Brunnen, wo Willis Bruce und Jackson Samuel L choslenderweise* ein Kinderrätsel lösen, damit irgendwo irgendwas nicht von Irons Jeremy in die Luft gejagt wird, fingen die Diskussionen aber erst an – und bis zum Abspann konnten sich die beiden Schweinebacken hinter mir nicht auf eine Lösung einigen, wie das mit dem Wasser denn nun zu bewerkstelligen sei. Ich wusste vor allem eines: Nie wieder Scala. Nie wieder Synchronfassungen.

«Gib mir mal den 5-Liter-Kübel Samuel.»
Inkonsequenterweise blieb ich kürzlich beim Zappen am TV bei Donnie Brasco hängen. Mafiaboss Al Pacino sagt in dem (sehr guten) Streifen immer: «Mann, piss die Wand an.» Zu allem und jedem, mann, piss die Wand an. Neugierig, wie ich bin, wollte ich natürlich wissen, wie das im Original heisst. Es heisst: «Forget about it.» Spülen bitte. Oder dann lief, auch am Fernsehen, «Ey Mann – wo is’ mein Auto?», den ich mir aber nicht angeschaut habe. Ich erinnerte mich aber, dass die Komödie im Original «Dude, Where’s My Car?» heisst. Und dann schiere Panik. Die werden doch nicht, nein das können die nicht, die werden doch den «Dude» in «The Big Lebowski» nicht mit «Ey Mann» oder noch schlimmer «Alter» übersetzt haben. DVD also rein, Sprache Deutsch, mich fröstelts, grandioser Einstieg, diese Musik, dann eine gewisse Erleichterung: Jeff heisst auch hier «Dude». Doof ists trotzdem, wenn der Mann dann sagt: «Ich bin der Dude, Mann.»
Die superben Nihilisten hab ich mir nicht angetan, obwohl mich eigentlich noch Wunder genommen hätte, wie die Übersetzer das mit dem deutschen Akzent in «We want se money, Lebowski» verwurstelt hätten. Einfach bayrisch reden lassen, wie den kleinen Schweizer Buben in den deutschen Simpsons-Folgen?
Bei all diesen Überlegungen fragte ich mich noch, ob wohl die TV-Serie «Der Alte» in Amerika ausgestrahlt wird. Und ob der Kommissar dort «The Dude» heisst. Dabei musste ich lachen und mein Ärger über schlechte Übersetzungen war fast fortgeblasen, genauso wie Donnys (nicht Brascos) Asche. Und in dieser bewegenden Schlussszene von «The Big Lebowski» war die Übersetzung gar nicht mal so schlecht: «Gute Nacht, süßer Prinz.»
*Wer mir das als erstes korrekt übersetzt, kriegt ein Ticket fürs Kino Scala.
Im schönen Langenthal, wo ich aufwuchs, hatte es zwei Kinos. Das Scala und das Capitol. Tolle Namen für Lichtspieltheater, finde ich, so klassisch. Würde ich in Hasle-Rüegsau oder Hintertupfigen ein Kino bauen, würde ich es Capitol nennen, oder auch Rex. In Langenthal zeigten sie die Filme immer in synchronisierten Fassungen. Darum sah ich meinen letzten Film im Scala vor über zehn Jahren: «Stirb langsam – Jetzt erst recht». In der Reihe hinter mir fragte einer seinen Kollegen: «Was louft eigentlech hütt?» Worauf der andere: «Das isch Die («di») Hard, monn, mit Willis Bruce.» Nach der Szene am Brunnen, wo Willis Bruce und Jackson Samuel L choslenderweise* ein Kinderrätsel lösen, damit irgendwo irgendwas nicht von Irons Jeremy in die Luft gejagt wird, fingen die Diskussionen aber erst an – und bis zum Abspann konnten sich die beiden Schweinebacken hinter mir nicht auf eine Lösung einigen, wie das mit dem Wasser denn nun zu bewerkstelligen sei. Ich wusste vor allem eines: Nie wieder Scala. Nie wieder Synchronfassungen.

«Gib mir mal den 5-Liter-Kübel Samuel.»
Inkonsequenterweise blieb ich kürzlich beim Zappen am TV bei Donnie Brasco hängen. Mafiaboss Al Pacino sagt in dem (sehr guten) Streifen immer: «Mann, piss die Wand an.» Zu allem und jedem, mann, piss die Wand an. Neugierig, wie ich bin, wollte ich natürlich wissen, wie das im Original heisst. Es heisst: «Forget about it.» Spülen bitte. Oder dann lief, auch am Fernsehen, «Ey Mann – wo is’ mein Auto?», den ich mir aber nicht angeschaut habe. Ich erinnerte mich aber, dass die Komödie im Original «Dude, Where’s My Car?» heisst. Und dann schiere Panik. Die werden doch nicht, nein das können die nicht, die werden doch den «Dude» in «The Big Lebowski» nicht mit «Ey Mann» oder noch schlimmer «Alter» übersetzt haben. DVD also rein, Sprache Deutsch, mich fröstelts, grandioser Einstieg, diese Musik, dann eine gewisse Erleichterung: Jeff heisst auch hier «Dude». Doof ists trotzdem, wenn der Mann dann sagt: «Ich bin der Dude, Mann.»
Die superben Nihilisten hab ich mir nicht angetan, obwohl mich eigentlich noch Wunder genommen hätte, wie die Übersetzer das mit dem deutschen Akzent in «We want se money, Lebowski» verwurstelt hätten. Einfach bayrisch reden lassen, wie den kleinen Schweizer Buben in den deutschen Simpsons-Folgen?
Bei all diesen Überlegungen fragte ich mich noch, ob wohl die TV-Serie «Der Alte» in Amerika ausgestrahlt wird. Und ob der Kommissar dort «The Dude» heisst. Dabei musste ich lachen und mein Ärger über schlechte Übersetzungen war fast fortgeblasen, genauso wie Donnys (nicht Brascos) Asche. Und in dieser bewegenden Schlussszene von «The Big Lebowski» war die Übersetzung gar nicht mal so schlecht: «Gute Nacht, süßer Prinz.»
*Wer mir das als erstes korrekt übersetzt, kriegt ein Ticket fürs Kino Scala.
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