11.10.2007

Superhelden unter uns

Von Ralf Kaminski um 10:00 [ TV ]
„Heroes“, das sind ganz gewöhnliche Menschen, die plötzlich entdecken, dass sie ausserordentliche Fähigkeiten haben: Sie können fliegen, die Zeit stoppen, Gedanken lesen, sind unverwundbar… und sie sind darob verwirrt, erschreckt, konfus. Sie werden in Ereignisse verwickelt, die zunächst keinen Zusammenhang zu haben scheinen. Doch schon bald ist klar, wir befinden uns in einem komplexen Puzzle – die „Heroes“ sind irgendwie miteinander verbunden, und es hängt an ihnen, die Welt zu retten, die in ernster Gefahr schwebt: „Save the cheerleader, save the world!“



Am Montag ist auch im Schweizer Fernsehen die US-Erfolgsserie „Heroes“ angelaufen, welche die USA letztes Jahr im Sturm erobert hat und dort gerade in die zweite Season gestartet ist. Die Serie verbindet Science Fiction und Fantasy mit Thriller, Drama sowie gelegentlichem Humor und reiht sich ein in eine mittlerweile recht stattliche Zahl von neueren US-TV-Serien, die den Zuschauer mit komplexen Geschichten und dreidimensionalen Charakteren in den Bann ziehen („Lost“, „Battlestar Galactica“, „Six Feet Under“, „The Sopranos“). Die Wurzeln der TV-Serie mit den vielen Superhelden liegen offensichtlich bei den X-Men, jener Comicreihe um genveränderte Menschen (so genannte Mutanten), die in den 60er-Jahren gestartet wurde und noch immer läuft. Der Erfolg der X-Men-Filmtrilogie (mit Stars wie Ian McKellen, Patrick Stewart, Halle Berry, Famke Janssen und Hugh Jackman) dürfte das Seine beigetragen haben.

„Heroes“ braucht am Anfang ein wenig Geduld: Sehr viele Figuren mit sehr vielen Storylines machen die Serie zunächst etwas unübersichtlich. Da ist das US-Brüderpaar Petrelli, der eine kandidiert für den Senat, der andere ist Krankenpfleger, der eine kann fliegen, der andere… aber das sollte man noch nicht verraten. Da ist der Japaner Hiro, der die Zeit stoppen kann, der Inder Suresh, dessen Vater jenen genveränderten Menschen auf der Spur ist, der Cheerleader Claire, die unverwundbar ist und deren Adoptiv-Vater für eine geheimnisvolle Organisation arbeitet, der Maler Isaac, der die Zukunft malen kann, der Cop Matt, der Gedankenlesen kann und einem fürchterlichen Verbrecher auf die Spur kommt – Sylar, der sich einen „Mutanten“ nach dem anderen vornimmt, ihn umbringt und seine Fähigkeit in sich aufnimmt. Na, haben Sie schon den Überblick verloren? Keine Sorge, in der Serie kommt das alles durchaus verdaubar daher – und sehr, sehr spannend.

Unter den vielen Darstellern gibt es kaum bekannte Gesichter, zu erwähnen ist wohl Jack Coleman, der den Adoptiv-Vater des Cheerleaders spielt und dem TV-Publikum hier als bisexueller Steven Carrington aus dem „Denver Clan“ noch in Erinnerung sein dürfte. Für alle Star-Trek-Fans bemerkenswert dürfte sein, dass Zachary Quinto, der den bösen Sylar spielt, vor kurzem als Darsteller von Spock in J.J.Abrams neuer Star-Trek-Verfilmung angekündigt worden ist. Allerdings nur für den jungen Spock. Denn auch Leonard Nimoy (76) wird in der elften Star-Trek-Verfilmung, die Weihnachten 2008 in die Kinos kommen soll, wieder als Spock zu sehen sein.



Sylar - und Spock Junior.

Wer im übrigen keine Lust hat, sich nur mit einer Folge „Heroes“ pro Woche abspeisen zu lassen: In den USA ist die DVD-Box der Season 1 schon raus.


11.6.2007

Sopranos – Ende und Anfang

Von Ralf Kaminski um 11:30 [ TV ]
Ich bin ja nicht eben der grosse Fan von Mafia-Geschichten. Okay, den drei „Godfather“-Filmen konnte auch ich mich nicht entziehen und fand die auch gar nicht schlecht. Aber sonst: more of the same. Das dachte ich immer, wenn ich mal wieder in einen Mafiafilm rein gesehen habe. Deshalb habe ich auch die „Sopranos“ vollumfänglich ignoriert – diese HBO-Mafiaserie mit Kultstatus, die am Wochenende in den USA nach acht Staffeln zu Ende gegangen ist. Nachdem ich aber von so vielen Seiten vorgeschwärmt bekommen habe, wie toll diese Serie ist und ich zudem vor HBO-Serien grundsätzlich hohen Respekt habe („Six Feet Under“, „Oz“, „Sex and the City“), gebe ich den „Sopranos“ nun also eine Chance. Die erste Staffel liegt – ausgeliehen – bei mir zu Hause. Und es ist ja ideal, eine Serie dann zu starten, wenn sie ausgelaufen ist, weil man sich dann die üblichen gemeinen Cliffhanger an den Seasonenden erspart. Ideal ist auch der Zeitpunkt, denn es ist Sommer: Im Kino herrscht Flaute, die aktuellen US-TV-Serien, die ich via Internet jeweils unmittelbar downloade („Galactica“, „Heroes“, „Lost“, „Desperate Housewives“) machen Pause – bleibt also nur die DVD, denn das hiesige TV-Programm ist ja nicht wirklich eine Alternative.

Ich werde hier gelegentlich berichten, wies mir ergeht mit den „Sopranos“, ob ich nach fünf Folgen schon aussteige oder kaum mehr aufhören kann zu gucken. Für Sie alle, die Sie mir diese Serie voraus haben und ihr acht Jahre lang treu geblieben sind: Was fanden denn Sie so toll, dass Sie nicht davon lassen konnten? Und gibts hier auch „Soprano“-Verächter? Erzählen Sie mal.





PS: Eine aktuelle US-TV-Serie ist gerade erst gestartet und läuft erstaunlicherweise den ganzen Sommer hindurch: "Traveler". Es geht um drei junge Studenten (einer wird gespielt von Aaron Stanford, Pyro aus den "X-Men"-Filmen") und einen Terroranschlag in einem New Yorker Museum, den sie angeblich verübt haben sollen – eine Mischung aus Thriller und Drama mit aktuellen politischen Anleihen. Nach den ersten drei Folgen muss ich sagen: sieht recht vielversprechend aus. Ich bleibe erstmal dran.


11.5.2007

Vampire sind eben doch tot

Von Ralf Kaminski um 13:15 [ TV ]
War es der Wille Gottes, mobilisiert durch die EDU? War es die Solidarität der osteuropäischen Länder mit der transylvanischen Dracula-Legende (Vampire tanzen und hüpfen nicht!)? Oder ist der Song einfach als das erkannt worden, was er ist: Der ewig gleiche DJ-Bobo-Pop-Schmus, diesmal als Grusel-Kopie der letztjährigen Song-Contest-Sieger?

Es ist ein bisschen wie mit dem Fussball (WM, EM): Die Schweiz, in grosser Hoffnung, wird bitter enttäuscht. Da dachte man doch, mit dem internationalen Superstar DJ Bobo im Rennen könnte kaum was schief gehen; wochenlang wurde im Voraus berichtet, dass Bobos „Vampires are Alive“ gar als Sieger gehandelt werde, der Sänger selbst gab sich überzeugt, mindestens in den vorderen Rängen zu landen. Und nun das: Schon in der Vorrunde schmählich ausgeschieden. Peinlich, peinlich.



Aber sich nun über das Wahlsystem aufregen? Darüber ärgern, dass die Wahlbeteiligung (wie in der Politik) in den westlichen Ländern (und besonders in der Schweiz) eben nicht mehr so hoch ist? Der Osten, jahrzehntelang von undemokratischen Diktaturen geknechtet, hingegen demokratiemässig voll im Saft ist und begeistert mitwählt, wos nur geht? So ist das eben in der Demokratie: Die Mehrheit entscheidet, was gut ist und was gemacht wird, und die Mehrheit hat entschieden: Die Vampire von Herrn Bobo wollen wir nicht. Klar, nun könnte man im Sinne der SP argumentieren (die ja auch felsenfest davon überzeugt ist, dass das Problem nicht ihre Inhalte und Argumente sind) und sagen: Das nächste Mal muss die Schweiz besser mobilisieren! Oder mehr im Sinne der SVP über die nicht-assimilierten Ausländer (alle Nicht-Schweizer in Europa) schimpfen, welche die Schweizer Qualität nicht anerkennen wollen.

Aber jetzt mal ehrlich: Wen kümmert schon der Eurovision Song Contest? Wer sich dazu ernsthaft ereifern kann, leidet an einer Überdosis Patriotismus (ein übrigens ebenfalls aus dem Fussball bekanntes Phänomen). Also: Zeigen Sie Grösse, schalten Sie morgen Abend ein und stimmen für den Song, der Ihnen echt am besten gefällt, egal woher er kommt.


20.4.2007

Schoggisoap unter dem Hammer

Von Martin Uebelhart um 23:33 [ TV ]
Möchten Sie Ruedis Handorgel, das Klavier in der Calvados-Bar, den Kristallleuchter aus dem Salon der Villa Blanc, Blancs Spazierstock mit Töffhelm oder gar den Kimono von Frick haben? Dann nichts wie los zur Auktion von über 100 Requisiten aus «Lüthi und Blanc».

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Wenn Sie also am 12. Mai noch nichts vor haben und ein Andenken an die SF-Soap möchten, können Sie in den Filmstudios in Glattfelden Kostüme, Möbel und ähnliches mehr ersteigern. Allerdings müssen Sie sich rechtzeitig anmelden. Und das ganze dient auch noch einem guten Zweck – denn der Erlös der Gant fliesst nicht etwa in die Kasse des öffentlich-rechtlichen Farbfernsehens.

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Prominente Schauspieler werden als Auktionatoren mitwirken, wie das Schweizer Fernsehen mitteilte. Einen Tag später dann, am Muttertag, flimmert die letzte Folge der sonntäglichen Serie über die heimischen Bildschirme. Vielleicht steht dann ja Ihr «Lüthi und Blanc»-Schnäppchen bereits auf dem Fernseher oder dem Couchtisch.


16.4.2007

Männer, auf die die Welt gewartet hat

Von Ralf Kaminski um 13:45 [ TV ]
Sollten Sie zu den wenigen gehören, die am Wochenende im Kanton Zürich gewählt haben (34%), sassen Sie vielleicht gestern Sonntag am frühen Abend trotz des schönen Wetters vor dem Fernseher und haben sich auf Tele Züri angesehen, was denn so dabei herausgekommen ist. Und haben vielleicht dennoch gelegentlich durch die Kanäle gezappt, als die Frau Fuhrer dem Herrn Gilli zum vierten Mal erklären musste, warum sie denn nur mit dem schlechtesten Resultat aller sieben Regierungsräte wieder gewählt worden ist. Vielleicht sind Sie dann beim Zappen auf RTL in „Schwiegertochter gesucht“ reingeraten und dort mit ungläubiger Faszination und wachsendem Vergnügen hängen geblieben. Wenn nicht, ist Ihnen was entgangen.

Zu sehen gab es Männer in teils gestandenem Alter (z.B. Hans, 31, der fröhliche Naturbursche; Norbert, 42, der lustige Koch; Hermann, 48, der lebenslustige Ostfriese), die alle single sind und noch immer bei der Mama wohnen (weil sie so gut kocht und so praktisch den Haushalt macht). Die Mamas, alle noch rüstig aber einige doch in einem Alter, in dem sie langsam ihre Freiheiten geniessen möchten, würden diesen Zustand gerne beenden. Nicht ganz selbstlos haben sie sich deshalb entschlossen, dem Sohnemann bei der Auswahl einer Freundin (Ersatzmutter) behilflich zu sein, mit gütiger Unterstützung von RTL. Zu sehen gabs kleine Porträts der neun Muttersöhne und ihrer fürsorglich-besorgten Erzeugerinnen, und zumindet beim einen oder anderen der Männer erschloss sich dadurch recht schnell, warum es bisher mit den Frauen nicht so recht klappen wollte. Doch alle, selbst die Schwierigen, bekamen Post von verpartnerungswilligen Frauen aus dem ganzen Land, was zweierlei bedeuten kann: Die Partnerverzweiflung der deutschen Frauen ist enorm oder sie sind so wild darauf, endlich auch mal ins Fernsehen zu kommen (denn die Auserwählten werden dann natürlich vor die Kameras gezerrt), dass sie dafür sogar bereit sind, Hermann, den lebenslustigen Ostfriesen, näher kennenzulernen.

Jedenfalls hat das Fernsehen einen weiteren Ansatz gefunden, reale Menschen mit offensichtlichen Defiziten und/oder übersteigertem Geltungsbewusstsein in der Arena der künstlich hergestellten Gefühle vorzuführen (falls Sie auch mal reinzappen wollen: immer sonntags, 19.05 auf RTL). Unterhaltsam ist das natürlich allemal, aber man fragt sich ja bei jedem neuen Format, wo das irgendwann mal enden soll, wenn die Übersättigung wächst und die Einschaltquoten nur mit noch extremeren Konzepten zu halten sind. Man erinnere sich an filmische Schreckensvisionen wie „Running Man“, wos in einer TV-Spielshow der nahen Zukunft tatsächlich um Leben und Tod geht. Der Fernseher als moderner Circus maximus, wo arme Kreaturen in der Arena zum Gaudi eines blutrünstigen Publikums gemartert und getötet werden. Soweit dass wir nach Blut gieren würden, sind wir noch nicht, unsere Droge sind die Gefühle. Die wollen wir sehen, aufsaugen, uns daran weiden. Je „realer“ desto intensiver, sei es nun Music Star, Traumjob, America’s next Topmodel oder eben Schwiegertochter gesucht. Der TV-Zuschauer, einst zufrieden mit der Berieselung durch fiktionale Unterhaltung und harmlose Spielshows, ist zum Gefühlsvampir geworden.


25.11.2006

Terroristen, Verrat, Explosionen

Von Martin Uebelhart um 02:41 [ TV ]
Als ich mich das letzte Mal mit der Echtzeit-Serie «24» beschäftigte, fragte ich mich, ob es wohl gelingt, den Spannungsbogen ein viertes Mal über alle Folgen zu halten. Es gelang. Auf SF zwei folgt jetzt die fünfte Staffel um den Agenten Jack Bauer für alle jene, die sie sich noch nicht auf DVD reingezogen haben. Verdankenswerterweise in Zweikanalton.

Und mindestens die ersten zwei Stunden versprechen bereits wieder verschlungene Handlungsstränge und Hochspannung. Schon in den ersten Minuten werden zunächst einmal einige Hauptfiguren aus den vorangegangenen Staffeln aus dem Weg geräumt, auf dass sie nicht in Teil 6 oder 7 plötzlich wieder auf dem Bildschirm auftauchen. Unter ihnen auch Expräsident David Palmer, der angeblich von Jack Bauer erschossen worden sein soll.

jack bauer

Jack, der ja eigentlich tot sein sollte, hat sich in der letzten Zeit als Gelegenheitsarbeiter auf Ölfeldern durchgeschlagen. Alarmiert durch die Ermordung seiner Freunde will er der Sache auf den Grund gehen. Dabei kommt ihm neben ein paar Bösewichten auch der Sohn seiner Vermieterin in die Quere. Und ehe sie es sich versehen, finden sie sich in einem von Terroristen besetzten Flughafen wieder – was wiederum etwas mit dem Besuch des russischen Präsidenten in den Vereinigten Staaten zu tun haben scheint. Nicht einmal das Weisse Haus ist sicher vor Verrätern, die sich diesmal in der nächsten Umgebung des Präsidenten tummeln.

Was sonst noch abgeht? Schauen Sie selbst, immer am späten Montagabend.


03.10.2006

Mattscheibe

Von Martin Uebelhart um 17:13 [ TV ]
Jetzt ist er weg. Abgeschaltet. Nur noch in der digitalen Dimension empfangbar. Die Rede ist von BBC Prime, dem englischsprachigen Satellitensender, der heute genauso wie das spanische Fernsehen TVE aus der analogen Angebotspalette von Cablecom verschwunden ist. Der Verlust von TVE schmerzt mich persönlich jetzt nicht so, BBC Prime hingegen war einer meiner Lieblingssender: Keine Werbung, gute Comedy von heute und gestern, interessante Dokumentationen, britische TV-Filme, eine bahnbrechende Auto-Sendung.

Wieder hat die Cablecom, die in weiten Teilen des Landes die TV-Haushalte per Kabel mit Inhalten versorgt, zwei analoge Sender abgeschaltet. Zahlen müssen wir aber monatlich – nebenbei bemerkt – noch immer gleich viel. Kapazitätsgründe macht die Cablecom unter anderem für die wiederholte Entfernung von TV-Programmen geltend. Immer mehr digitale Programme bräuchten eben auch ihren Platz.

tv

Man ist versucht zu fragen, wie weit es die Kabelnetzbetreiberin noch treiben will mit der Ausdünnung der analogen TV-Programme. Überhaupt: Analoges Fernsehen. In den Augen der Cablecom offenbar nur noch ein Auslaufmodell, das möglichst rasch Geschichte sein soll. Niemand will Böses unterstellen, doch wird man den unterschwelligen Eindruck nicht los, dass die Cablecom uns Kabel-TV-Konsumenten mit stetigem Druck zur Anmietung einer Digital-TV-Box bewegen will. Mich haben sie noch nicht so weit.

Heute zappte ich etwas verärgert und ernüchtert durch die verbliebenen Kanäle. Dabei stellte ich mir eine Frage: Weshalb hat Cablecom nicht bei dem unsäglichen Home-Shopping-Kanal den Stecker gezogen?



13.9.2006

Oh, Happy Day!

Von Martin Uebelhart um 12:24 [ TV ]
Sind Sie auch schon so gespannt? Nach dem eher kläglichen Scheitern von «Ein roter Teppich für …», hat das Schweizer Fernsehen (SF) eine neue Samstagabend-Kiste zusammengezimmert. «Happy Day» wird sie heissen und ganz auf Gefühl setzen.

Laut SF-Eigenwerbung machen Menschen für Menschen Träume wahr. Im Mittelpunkt der Sendung sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer und ihre Herzenswünsche stehen. «Happy Day» will schenken was man sich nicht zu wünschen wagt, gibt, was man sich normalerweise nicht leisten kann, und macht möglich, was man sich mit Geld alleine nicht kaufen kann.

Gelacht werden darf übrigens auch bei «Happy Day»: Schweizer Comedians müssen ihre Improvisationskunst unter Beweis stellen. Sie übernehmen eine Rolle in einem kurzen Bühnenstück. Die Schwierigkeit dabei: Sie erhalten kein Drehbuch und haben keine Ahnung, was auf sie zukommt. SF verspricht Spannung und Humor.

koller

Moderiert wird die Sendung gemäss SF-Website von Röbi Koller (Bild), der nach einer vierjährigen Bildschirmpause wieder Fernsehen macht. Bekannt und beliebt wurde Röbi Koller durch die Sendung «Quer», die er von 1996 bis 2002 moderierte. Für «Happy Day»-Redaktionsleiter Yves Schifferle ist Röbi Koller die Idealbesetzung für die Samstagabend-Show. Sein Gespür für Menschen soll der Sendung den nötigen Tiefgang geben.

Und Yves Schifferle weiter: «Die Zuschauer werden tagtäglich mit Negativschlagzeilen und Katastrophen-Bildern konfrontiert. Mit ‹Happy Day› schenken wir ihnen einen Abend zum Abschalten und Träumen.»

Der Haken an der Sache: Abschalten können wir erst am 19. Mai 2007.


02.9.2006

3+ : Darauf haben wir alle gewartet!

Von Ralf Kaminski um 15:52 [ TV ]
Haben Sie Ihren Fernseher und Ihren DVD-Recorder schon umprogrammiert? Oder gehören Sie etwa zu denen, die sich von der Cablecom vorschreiben lassen, auf welchem Sendeplatz ihre Programme platziert sind? Oder gar zu denen, die auf einen neuen Schweizer TV-Sender gewartet haben und sich deshalb freuen, dass der nun anstelle von ORF 2 bei ihnen ganz weit vorn sitzt? Das rasend Aufregende an 3+ ist ja, dass er genau dasselbe zeigt, was die deutschen Privatsender schon seit Jahren zeigen: Spielfilme, (Kinder-) Serien und die unvermeidlichen Shows, in denen sich Leute, die man vor sich selbst schützen sollte, vor aller Augen lächerlich machen. Darauf haben wir alle gewartet, endlich, endlich ein Schweizer Sender, der sowas zeigt! Moment, da gabs doch mal einen, TV3, oder? Und der ist eingegangen. Na, dann wird 3+ jetzt bestimmt viel besser funktionieren.

Wie auch immer, wenn ich nach Mitternacht durch die Kanäle schalte, dann will ich nicht schon ganz weit vorn auf die unvermeidlichen Busen- und “Ruf mich an”-Stöhngirls stossen (die ja auch sonst auf keinem anderen Sender die Nacht versüssen, ein weiteres originelles Zusatzangebot von 3+). Deshalb also, ruckzuck, 3+ wegprogrammiert auf die Nummer 28 und den ORF 2 zurück geholt auf die 5. Ich meine, für wie dämlich halten die 3+-Macher und Cablecom-Generäle ihr Publikum eigentlich? Selbst wenn man zu faul (oder zu unfähig) ist, sich seine eigene Programm-Reihenfolge zusammenzustellen, guckt man doch einen Sender nicht einfach deshalb, weil er weit vorn auf der Tastatur ist? Oder? Bitte sagen Sie mir, dass Sie das nicht tun!!

Und wenn ich schon dabei bin, mich zu wundern: Haben Sie zufällig den neuen Film von M. Night Shyamalan schon gesehen, “Lady in the Water”? Fanden Sie ihn auch so doof, kitschig und langweilig wie ich? Wenn nicht, dann würde ich mich freuen, wenn Sie mir erklären könnten, was Sie an dem Film gemocht haben. Und warum.



22.8.2006

Zeitgeist mit Meg

Von Christian  Brüngger um 13:34 [ TV ]
Meg Ryan halten viele für süss. Ich hatte sie aus „When Harry met Sally“ auch noch so in Erinnerung. Als der Film kürzlich wieder einmal am TV kam, fiel ich fast vom Sofa. Die Hosen über den Bauchnabel gezogen, die Haare zur Föhnfrisur getrimmt, kam sie mir alles andere als sexy vor. Also versuchte ich mir anhand von ein paar Kritiken klar zu werden, ob ich damals als Einziger so empfunden hatte. Und siehe da. Das renommierte Rolling-Stone-Magazin bzw. dessen Filmkritiker meinte anno 1989: „Meg Ryan may be too much of a beauty for the hapless Sally ...“ Und: „Ryan is sweet, sexy and rip-roaringly funny.“
So sah Frau Ryan übrigens damals aus.







Die Schlagzeilen blieben auch 14 Jahre später für Jane Champions „In the cut“ die gleichen. USA Today titelte: „One hot Meg in a cold 'Cut'.“ Und die Bild befand: „ Heisser Sex in den wildesten Stellungen – so sexy und nackig haben wir Meg Ryan bislang nur im Kino sehen können!“
So weit ja so gut. Wie sich der Zeitgeist (und damit auch die Schauspielerin und wir) wandelte, belegen allerdings die Fotos vom Erotikthriller. Da ist nichts mehr mit Föhnfrisur und schlecht sitzenden Hosen. Wie die Zeiten doch ändern – und damit auch unser Geschmack.





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